Praxis für psychoanalytische Psychotherapie

Dr. phil. Dipl.-Psych. Gunnar Immo Reefschläger

Die psychoanalytische Psychotherapie ist eine Form der Gesprächstherapie, die darauf abzielt, unbewusste oder tief vergrabene Gedanken und Gefühle ins Bewusstsein zu bringen, damit verdrängte Erfahrungen und Emotionen, die oft aus der Kindheit und frühen Jugend stammen, an die Oberfläche gebracht und untersucht werden können. Gemeinsam untersuchen Analytiker und Patient, wie diese frühen, verborgenen und verdrängten Erinnerungen das Denken, Verhalten und die Beziehungen des Patienten im Erwachsenenalter beeinflußen. Der therapeutische Ansatz basiert auf Sigmund Freuds Theorien über die Psychoanalyse und hat im Laufe ihres über 100-jährigen Bestehens zahlreiche Weiterentwicklungen erfahren.

Wann ist psychoanalytische Therapie zu empfehlen?

In der psychoanalytischen Therapie setzen sich Analytiker und Patient mit der Vergangenheit des Patienten auseinander, wodurch neue Einsichten in Bezug auf aktuelle Beziehungen und die Gegenwart des Patienten entstehen. Im Verlauf der Therapie tauchen bestimmte Themen immer wieder auf. Der Analytiker arbeitet darauf hin, diese Themen mit vergangenen Erfahrungen und aktuellen Verhaltensweisen in einen Sinnzusammenhang zu bringen. Patienten sind sich dabei ihrer Verhaltensmuster häufig nicht bewusst, selbst wenn diese offensichtlich und (selbst-)verletzend sind.

Psychoanalytische Psychotherapie kann Menschen mit u.A. folgenden psychischen Problemen helfen:

Depressionen
Angst/Angststörungen/Phobien
Somatoformen Störungen/Panikstörung
Gefühlen von geringem Selbstwertgefühl
Neurotische Verhaltensmuster
Selbstzerstörerische Verhaltensmuster
Persönlichkeitsstörungen
Probleme mit der Identität
Anhaltende Beziehungsschwierigkeiten
Sexualität

Was erwartet mich in einer psychoanalytischen Therapie?

In der psychoanalytischen Therapie werden einige sehr spezifische Techniken eingesetzt: Bei der freien Assoziation darf und soll der Patient ungefiltert/unzensiert sagen, was ihm in den Sinn kommt, Gedanken, Gefühle, Phantasien oder Träume, ohne einer äußeren, thematischen Vorgabe oder Struktur folgen zu müssen. Der Analytiker sucht in den assoziativen Gedanken, Einfällen und Äußerungen des Patienten nach Mustern, und versucht diese zu deuten und in einen bedeutungsvollen Sinnzusammenhang zu stellen, sodass der Patient neuen Einsichten erfährt. Bei der Traumarbeit werden gemeinsam Träume des Patienten analysiert und auf ihren symbolischen Gehalt hin untersucht. Der Analytiker unterstützt den Patienten, den Sinn und die Bedeutung dieser Symbole zu entdecken. Die Übertragungsanalyse erforscht die unbewusste Übertragung der Gefühle und Emotionen des Patienten von einer Person auf eine andere. So können z. B. verdrängte Gefühle aus der Kindheit des Patienten gegenüber einem Elternteil später im Leben auf einen Partner in einer Erwachsenenbeziehung oder während des psychoanalytischen Prozesses auch auf den Analytiker unbewusst übertragen werden.

Wie funktioniert psychoanalytische Psychotherapie?

In der psychoanalytischen Therapie werden analytische Techniken angewandt, um verdrängte Gedanken, Erfahrungen und Gefühle bewusst zu machen.  Einige Schlüsselelemente der psychoanalytischen Psychotherapie sind Folgende:

Die Beziehung zwischen Therapeut und Patient ist von zentraler Bedeutung für den Heilungsprozess, ebenso wie frühe Bindungstheorien, die sich auf die Qualität der Bindung zwischen einem Kleinkind und seinen Eltern konzentrieren.
Die Übertragung früher Gefühle und Bedürfnisse auf Menschen und Ereignisse in der eigenen Gegenwart.
Widerstand bezeichnet einen Aspekt der Therapie, bei der der Patient von der Freisetzung schmerzhafter, unterdrückter Gefühle überwältigt wird und versucht, die Auseinandersetzung mit diesen zu vermeiden.

Wenn Patienten sich schließlich wohler fühlen, weniger Widerstand leisten, sich ihren Problemen zu stellen, und in der Lage sind, ihre eigenen Motive und ihr Verhalten zu verstehen, kann eine Heilung beginnen. Die traditionelle Methode der Psychoanalyse umfasste normalerweise etwa fünf bis sechs Sitzungen pro Woche. Die moderne psychoanalytische Psychotherapie erfordert i.d.R. zwei bis drei Sitzungen pro Woche. Häufige und intensive Sitzungen können durchaus eine tiefere Behandlung ermöglichen. Je nach Ausmaß der Beschwerden und der Motivation, die ein Patient mitbringt, kann sich die Therapie über Jahre erstrecken.

Dr. Gunnar Reefschläger

ist Psychologe in Aschaffenburg und bietet Beratung, Coaching, Psychotherapie, Psychoanalyse und weitere Leistungen aus dem Bereich Gesundheit, Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung an.